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Allgemeines

In dem OAG-Arbeitskreis „Japanischer Film der Gegenwart“ sollen in regelmäßigen Abständen, etwa vier bis sechs Mal im Jahr während der Vorlesungszeiten der Universitäten, neuere japanische Filme von einem der Teilnehmer vorgestellt und in Ausschnitten gezeigt und analysiert werden.

Mittelfristig ist geplant, ein Symposium zum japanischen Film der Gegenwart zu organisieren und die Vorträge in geeigneter Form zu publizieren. Es ist weiter daran gedacht, nach Möglichkeit japanische Regisseure oder Fachleute einzuladen. Die Arbeitsgemeinschaft soll auch allen Interessenten offen stehen, deren japanische Sprachkenntnisse nicht reichen, um einen Film auf Japanisch verstehen zu können. Ebenfalls sind alle Interessenten herzliche willkommen, die noch nicht Mitglied der OAG sind. Weiter soll Wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum, die sich zu Forschungszwecken in Japan aufhalten, die Möglichkeit offen stehen, in Kooperation mit dem Arbeitskreis Workshops zu organisieren oder Vorträge zu halten.

Der Koordinator des Arbeitskreises des Arbeitskreises, Prof. Dr. Reinold Ophüls-Kashima (Sophia-Universität), ist unter folgender Adresse zu erreichen: r-ophuls(at)sophia.ac.jp. 

Programm

Freitag, 24. Juni 2011
Sprecher: Prof. Dr. Reinold Ophüls-Kashima (Sophia-Universität)

Still Walking (Aruite mo aruite mo) als Roman und als Film – ein Vergleich

Bei dieser Veranstaltung soll eine Arbeitsgemeinschaft der OAG „Japanischer Film der Gegenwart“ gegründet werden. In dieser AG sollen in regelmäßigen Abständen, etwa vier bis sechs Mal im Jahr während der Vorlesungszeiten der Universitäten, neuere japanische Filme von einem der Teilnehmer vorgestellt und in Ausschnitten gezeigt werden. Dabei sollte vom Vortragenden, wenn möglich, auch ein methodischer oder thematischer Schwerpunkt gesetzt werden. Es ist auch daran gedacht, vielleicht einmal im Jahr eine(n) Regisseur(in) oder Schauspieler(in) einzuladen. Die Arbeitsgemeinschaft soll auch allen Interessenten offen stehen, deren japanische Sprachkenntnisse nicht reichen, um einen Film auf Japanisch verstehen zu können. Ebenfalls sind alle Interessenten herzlich willkommen, die noch nicht Mitglied der OAG sind.

Der erste Vortrag der AG wird von Prof. Dr. Reinold Ophüls-Kashima (Sophia-Universität) gehalten. Das Thema ist ein Vergleich zwischen dem Film und dem Roman Aruite mo aruite mo (engl: Still Walking); der Roman stammt von Koreeda Hirokazu, dem Verfasser des Drehbuchs zum und Regisseur des gleichnamigen Films, womit er mit einigem Recht als Autor sowohl des Romans als auch des Films bezeichnet werden kann. Der Roman erschien 2008, etwa zur gleichen Zeit, als auch der Film in die Kinos kam – nebenbei gesagt eine in Japan erstaunlich häufige intermediale Praxis. In dem Vortrag soll der Frage nachgegangen und an einigen Beispielen demonstriert werden, wie ein sehr ähnliches Sujet in den verschiedenen Medien Buch und Film unterschiedlich realisiert wird.

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Freitag, 30. September 2011
Sprecher: Matthias Pfeifer (Präfektur-Universität Shizuoka)

Wakamatsu Kōji und die Aufarbeitung des japanischen 70er-Jahre-Terrorismus
im Film Jitsuroku: Rengōsekigun - Asama sansō e no michi  (2007)

(Dt. „Die wahre Geschichte der Vereinigten Roten Armee: Der Weg zur Asama Bergpension“)

Der 2007 entstandene und auf der Berlinale preisgekrönte Film Jitsuroku: Rengōsekigun - Asama sansō e no michi („Die wahre Geschichte der Vereinigten Roten Armee“) des lange Zeit vor allem als Regisseur von Softpornofilmen mit künstlerischem Anspruch bekannten Regisseurs Wakamatsu Kōji (*1936) beschäftigt sich im Rückblick mit der Zeit der japanischen Studentenbewegung der 60er Jahre bis zu deren vorläufigen Zusammenbruch 1971, als der der Zwischenfall in der Asama-Bergpension bezeichnet werden muss, in der sich der versprengte Rest der VRA verschanzte und der Polizei neun Tage einen erbitterten Kampf lieferte. Wakamatsu war zeit seines Lebens Sympathisant der linksradikalen Aktivisten und hatte sich schon in den 60er und 70er Jahren in seinen Filmen mit den aktuellen Ereignissen auf den Straßen Japans, aber auch mit den revolutionären Bewegungen auf der ganzen Welt beschäftigt.

Der mit großen finanziellen Schwierigkeiten gedrehte Jitsuroku: Rengōsekigun ist ein Herzensanliegen Wakamatsus, und wird von ihm als eine Richtigstellung der neueren filmschen Geschichtsschreibung verstanden, in der die Ereignisse zur Zeit der Studentenbewegung seiner Ansicht nach zu eindimensional präsentiert werden. Wakamatsus Film ist insofern ein explizit um Authentizität bemühter Gegenfilm von einem mittelbar Beteiligten der Bewegung. Es stellt sich daher die Frage, ob Wakamatsu seinem Authetizitätsanspruch gerecht werden kann.

In dem Arbeitskreis wird es daher um diese Frage nach dem Authentischen in diesem Film gehen, der dem zunehmend populärer werdenden Genre der Dokudramas folgt, aber doch mit dem Problem leben muss, dass die wirklichen Insider der dramatischen Ereignisse bisher schweigen. Wie füllt Wakamatsu diese Lücken mit notwendig fiktionalen Elementen und kann er so der heutigen Japan ein adäquates Bild einer Vergangenheit präsentieren, in der ein Großteil der Jugend noch gesellschaftlich engagiert war?

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Freitag, 9. Dezember 2011
Sprecher: Sven Koerber-Abe (Waseda-Universität)

Filmische Darstellungsmöglichkeiten von Freiheit und Einsamkeit - Tony Takitani von Ichikawa Jun

Die titelgebende Kurzgeschichte von Harumi Murakami wird zuerst anhand des von Prof. Wolfgang Schlecht verfassten Artikels “Facetten der Einsamkeit in Haruki Murakamis Erzählung Tony Takitani” besprochen. Danach folgt eine Darstellung am Beispiel des gleichnamigen Films von Jun Ichikawa, mit welchen filmischen Mitteln ‘Einsamkeit’ und ‘Freiheit’ dargestellt werden können.

Von Sven Koerber-Abe, Japanologie-Magister und derzeit Deutschlektor an der Waseda-Universität, sind bereits zwei Artikel zur Geschichte des japanischen Films in den OAG-Notizen erschienen (siehe die Ausgaben 05/2007 und 01/2010).

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Freitag, 3. Februar 2012
Sprecherin: Dr. Elke Hayashi (Sophia-Universität)

Das „typisch Japanische“ am Verhalten der Charaktere in Okuribito

Filme vermitteln nicht nur auf der verbalen Ebene Informationen. Das merkt jeder Zuschauer schmerzlich, wenn er auf das Lesen der Untertitel angewiesen ist. Denn dann entgehen ihm immer wieder wesentliche Informationen, nämlich die, die durch das Verhalten der Charaktere, die Kleidung der Schauspieler, das Bühnenbild etc. vermittelt werden. Diese visuellen Mittel der Darstellung sollen natürlich den Film interessant machen, die Emotionalität im Zuschauer ansprechen. Darüber sind sich die Drehbuchautoren im Klaren und arbeiten bewusst darauf hin.

An dem japanischen Film Okuribito (Englischer Titel: Departures) aus dem Jahr 2008 soll nun eine besondere Komponente der Visualität analysiert werden, die dem Alltagsleben des Landes entstammen, aus dem der Direktor, der Drehbuchautor und die Schauspieler stammen, und in dem der Film dann auch realisiert wurde, also Japan: Die nonverbale Komponente der Kommunikation. Etwas einfacher formuliert: Was ist das „typisch Japanische“ an der Verhaltensweise und der Art, wie sich die Charaktere in diesem Film in ihrer Rolle bewegen?

Dr. Elke Hayashi unterrichtet an der Sophia Universität, in der Abteilung für Deutsche Literatur u.a.. Sie ist Diplom-Übersetzerin (u.a. Japanisch) und promovierte Japanologin. Zu ihren wesentlichen wissenschaftlichen Arbeiten zählen die Monographien „Ehrfürchtiges Staunen“ (Nonverbalik in Japan), „Tagelöhner und Obdachlose in Tokyo“, so wie die sprachwissenschaftlichen Aufsätze zum Modalverb „sollen“ und Adjektiv/Adverb im Deutschen.

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Freitag, 13. April 2012
Sprecher: Prof. Dr. Helmut Morsbach (Temple Universität Tokyo)

Aya

Australien 1990
Direktor: Solrun Hoaas (1943 in Norwegen geboren)

Hauptdarsteller:
Aya: Eri Ishida
Frank (Ayas australischer Mann): Nicholas Eadie
Mac (Ayas platonischer Freund): Chris Haywood

Diese Tragödie wurde in Australien gedreht und dort auch preisgekrönt, ist aber
in anderen Ländern so gut wie unbekannt geblieben. Sie beschreibt die Ehe der
japanischen Soldatenbraut Aya mit dem australischen Soldaten Frank, welche in
den Fünfzigerjahren langsam aber sicher in die Brüche geht, während das Paar
in Australien wohnt.

Als Gegengewicht zum „Macho“-Ehemann Frank tritt ein platonischer, wohl
schwuler Freund (Mac) im Film auf, der Aya auch dann noch die Treue hält, als
sie sich, zum Schluss alleinstehend, als Dolmetscherin für japanische Fischer in
Tasmanien durchschlägt.

Das Drehbuch basiert wahrscheinlich auf Briefen, welche eine wirkliche Japanerin
von Australien aus über Jahre hinweg an ihre Familie in Japan schickte.

1. Es wird angenommen, dass jeder Teilnehmer den Film Aya vorher ansehen
konnte.
2. Der Film ist nicht im normalen Verleih erhältlich.