バイリンガル教育研究会

Allgemeines

Arbeitskreis der OAG zu zweisprachiger Erziehung

Im Anschluss an die erste OAG Veranstaltung zu zweisprachiger Erziehung hat sich im Herbst 2009 die OAG Forschungsgruppe Bilingualität formiert. Die Gruppe trifft sich einmal monatlich zum Gedankenaustausch. Die Motivation ist wissenschaftlicher Art. Vertreten sind in der Gruppe sowohl Sprachwissenschaftler als auch Psychologen und Pädagogen sowie an der Materie interessierte Eltern von zwei- oder mehrsprachig aufwachsenden Kindern. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die spezifischen Bedingungen und Phänomene zweisprachig deutsch-japanisch aufwachsender Kinder und Jugendlicher in Augenschein zu nehmen. Gegenwärtig arbeitet die Forschungsgruppe daran, in einem Feldversuch zu dokumentieren, in welcher Weise die bilingual aufwachsenden Schüler der Deutschen Schule Tokyo Yokohama (DSTY) ihre Deutschkenntnisse erwerben. Hierbei geht es nicht um Sprache als alltägliches Kommunikationsmittel, sondern um den Erwerb der sogenannten „akademischen Sprache“, d.h. Sprache bedeutet hier: mündliche und schriftliche Sprachkompetenz sowie Lesefähigkeit.

Die DSTY stellt als deutsche Auslandsschule einen Sonderfall vor, denn die Schulsprache (Deutsch) weicht von der Umgebungssprache (Japanisch) ab. Die überwiegende Mehrzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen zu bilingualem Spracherwerb beziehen sich auf Fälle in denen Kinder und Jugendliche neben der Umgebungssprache, die auch Schulsprache ist, eine weitere Sprache erwerben. In Japan gibt es einige Untersuchungen zu Kindern, die internationale Schulen besuchen. Eine Untersuchung zu einer deutschen Auslandsschule in Asien liegt bisher nicht vor. Auch die psychologischen Aspekte sind der Forschungsgruppe wichtig. Im Frühsommer 2010 haben wir bei der OAG eine Veranstaltung mit Schülern und Schülerinnen der 12. Klasse der DSTY durchgeführt, in welcher diese zu Fragen der eigenen Identität, bzw. des eigenen Selbstverständnisses befragt wurden. Derzeit arbeiten wir an der Auswertung eines Feldversuchs, der mit den Jahrgangsstufen 6 und 8 der DSTY durchgeführt wurde. Die Schüler dieser Jahrgangsstufen haben sich einem Deutschtest unterzogen, der standardmäßig an bayerischen Schulen durchgeführt wird. In diesem Test geht es darum, das Niveau des Textverständnisses sowie Fähig-keiten in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu ermitteln. Für uns stellte sich die Frage, ob die bilingualen Schüler der DSTY mit einem solchen Test mehr Schwierigkeiten haben als Schüler in Deutschland, da den Schülern der DSTY das deutsche Umfeld fehlt. Um die Ergebnisse dieser Test richtig einordnen zu können, wurde der Test, unter denselben Bedingungen wie an der DSTY, mit Kontrollgruppen an der Deutschen Schule Hongkong sowie an einem Gymnasium in Leer, Ostfriesland durchgeführt. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen.

Wir werden uns eingehend mit der These beschäftigen, wonach die beiden „Mutter“sprachen bilingualer Individuen einander beeinflussen und zwar ungeachtet dessen, ob diese Sprachen nun verwandte Sprachen sind oder nicht. Um zu ermitteln, ob diese These bei den DSTY Schülern zutreffend ist, werden auch die Japanischkenntnisse der Probanden an der DSTY untersucht werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zu zweisprachiger Erziehung gibt es in großer Zahl. Ratgeberliteratur zu zweisprachiger Erziehung füllt die Regale der Buchläden. Sucht man nach dem englischen Begriff „bilingual education“ findet man noch ungleich viel mehr Literatur, wissenschaftliche wie praktische Ratgeber. Deutsch als eine Komponente zweisprachiger Erziehung ist ebenfalls gut vertreten. Und auch für das Japanische finden sich inzwischen allerhand Untersuchungen.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen freilich, die die Kombination japanisch-deutsch in der zweisprachigen Erziehung zum Thema haben, muss man mit der Lupe suchen. Eine wissenschaftlich fundierte Datenerhebung zu zweisprachiger japanisch-deutscher Erziehung fehlt bislang.

Hier möchte die Forschungsgruppe ansetzen:

Untersuchungsgegenstand sind die spezifischen sprachlichen wie kulturellen Merkmale in der zweisprachigen japanisch-deutschen Erziehung.

Forschen kann in dieser Gruppe jede/jeder, die/der ein wissenschaftliches Interesse an diesem Thema besitzt.

Mitarbeit durch Beantwortung von Fragebögen und das Mitteilen persönlicher Erfahrungen in Interviews wünschen wir uns von allen zweisprachig erziehenden Eltern, denn wir sind auf Ihre Daten angewiesen.

Vorgehensweise: Die Gruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag eines Monats um 17.00 Uhr in der Deutschen Schule Tokyo Yokohama
Wir werden gemeinsam Fragestellungen entwickeln sowie Daten auswerten. Mitglieder der Forschungsgruppe, die nicht an den Treffen teilnehmen können, kommunizieren per E-mail mit uns.

Ziel ist die wissenschaftliche Dokumentation der zu findenden Ergebnisse unserer Forschungsarbeit, des weiteren als Fernziel die Publikation der Ergebnisse.

Koordinatorin: Roswitha Ulrich-Ando

Interessenten melden sich bitte bei: oder (Betreff: Arbeitskreis Zweisprachigkeit)

Termine:

Für aktuelle Termine kontaktieren Sie bitte Frau Ulrich-Ando per E-Mail: (Betreff: Arbeitskreis Zweisprachigkeit)

Für die Zukunft ist eine Studie zum sogenannten „Code-Switching“ geplant. Unter Code-Switching versteht man das gleichzeitige Verwenden beider Sprachen in der Kommunikation von zwei oder mehreren bilingualen Sprechern.

Raum Kanto



Deutsch lernen mit „Hans dem Hasen“ - Die "Lernmäuse" in Tokyo

Zweisprachige Erziehung ist nicht immer leicht, besonders, wenn die Kinder in einem rein japanischen Umfeld aufwachsen. Kinder können sich nur schwer mit „Benjamin Blümchen“ oder „Pumuckl“ anfreunden, wenn im Kindergarten eh alle nur über „Pokemon“ oder „Precure“ sprechen. Es fällt viel leichter Deutsch zu lernen, wenn man in unter Gleichgesinnten ist. Aus diesem Grund hat Frau Imke Lenz die Gruppe der „Lernmäuse“ ins Leben gerufen. Dieses Angebot richtet sich an Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren; vor allem an diejenigen, die ein deutsches Elternteil haben, aber auch japanische und Kinder anderer Nationalitäten, die eine Zeit in Deutschland gelebt haben, sind herzlich willkommen.

Die Lernmäuse treffen sich seit Januar 2011 zweimal im Monat und lernen mit der Handpuppe „Hans der Hase“ und dem dazu gehörigen Lernmaterial auf spielerische Weise Deutsch. Die Lehrerin, die durchs Programm führt, heißt Imke Schmidt und ist Studentin. Ursprünglich ist das „Hans-der-Hase-Programm“ vom Goethe-Institut entwickelt worden, um Kindern in aller Welt Deutsch als Fremdsprache beizubringen. Es eignet sich jedoch auch hervorragend für unseren Zweck. Hans der Hase singt mit den Kindern Lieder, lässt sie malen, liest Geschichten vor und es wird vor all Dingen viel „Deutsch“ gesprochen. „Deutsch mit Hans Hase“ ist ein motivierendes Lernprogramm, das beim natürlichen Interesse der Kinder für Neues ansetzt. Sie lernen die zweite Sprache ähnlich wie ihre erste Sprache beim Hören, Sehen und (Sprech-) Handeln. Hans Hase begleitet beim Deutschlernen und sorgt dafür, dass die Kinder Spaß am Lernen der Sprache haben. Weitere Informationen zu dem Programm von Hanse Hase finden Sie auf der Webseite des Goethe-Instituts: http://www.goethe.de/ins/jp/tok/deindex.htm

Da die Lernmäuse einen großen Zulauf haben, wurden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt. Ab April wird es noch eine 2. Lehrerin geben. Bis dahin helfen die Eltern im Wechsel mit aus. Während des Unterrichtes können die Eltern sich unter einander austauschen oder die Bibliothek des Goethe-Instituts nutzen, die ein großes Angebot an deutschsprachigen Büchern und Zeitschriften hat. Ab September wird es ein Nachfolgeprogramm geben, bei dem die Kinder auch Lesen und Schreiben lernen werden. Nähere Informationen dazu finden Sie hier: http://www.goethe.de/lhr/mat/ffl/grd/lrn/de4832529.htm

Die Lernmäuse treffen sich immer am 2. und 4. Samstag im Monat von 16 bis 18 Uhr. Treffpunkt ist das Foyer des Goethe-Instituts im 2. Stock des OAG-Hauses. Eine Wegbeschreibung finden Sie hier:
http://www.goethe.de/ins/jp/tok/uun/anf/deindex.htm

Das Goethe-Institut stellt den Lernmäusen für den Unterricht einen Raum sowie eine Ecke in der Bibliothek zur Verfügung. Dafür möchte ich mich im Namen aller Eltern ganz herzlich bedanken. Die Teilnehmer zahlen nur ein geringes Honorar an die Lehrerin, die eigentlich unentgeltlich arbeiten wollte, und einen Unkostenbeitrag für das Lernmaterial.

Über das Hans-Hase-Programm hinaus sind weitere Aktivitäten der Lernmäuse geplant. So werden wir mit den Kindern auch Ostern und Weihnachten feiern und eventuell Ausflüge unternehmen. Auf diese Weise haben die Kinder die Möglichkeit, Freundschaften untereinander zu schließen. Auch wenn die Gruppe noch sehr neu ist, so lassen sich schon erste positive Tendenzen erkennen. Die Akzeptanz der deutschen Sprache nimmt zu, wenn die Kinder wissen, dass sie nicht die einzigen in Japan sind, die diese „komische Sprache“ lernen sollen. Seit mein Sohn bei den Lernmäusen ist, lässt er sich öfter eine deutsche Gute-Nacht-Geschichte vorlesen und findet es „schick“, dass er eine Sprache kann, die seine japanischen Freunde nicht verstehen.

Falls Sie Interesse an einer Teilnahme oder Fragen haben sollten, steht Ihnen unsere Ansprechpartnerin Imke Lenz gerne zur Verfügung:

Christine Izeki, Lernmäuse

Literatur

(wird in Kürze erweitert)








  • Karl Gebauer

    „Klug wird niemand von allein. Kinder fördern durch Liebe“

    Patmos, Düsseldorf 2007

    ISBN 987-3-491-40100-6




  • Mary Goebel Noguchi, Sandra Fotos (Herausgeber)

    „Studies in Japanese Bilingualism“

    Erschienen als Band 22 der Serie: „Bilingual Education and Bilingualism“, Herausgeber der Serie Colin Baker (University of Wales, Bangor) & Nancy Hornberger (University of Pennsylvania)

    Bangor, Pennsylvania 2001

    ISBN 1-85359-489-X




  • Masayo Yamamoto

    „Language Use in Interlingual Families: A Japanese-English Sociolinguisitic Study“

    Erschienen als Band 30 der Serie: „Bilingual Education and Bilingualism“, Herausgeber der Serie Colin Baker (University of Wales, Bangor) & Nancy Hornberger (University of Pennsylvania)

    Multilingual Matters, Clevedon 2001

    ISBN 1-85359-539-X




  • Natascha Müller, Tanja Kupisch, Katrin Schmitz, Katja Cantone

    „Einführung in die Mehrsprachigkeitsforschung. Deutsch - Französisch - Italienisch“

    narr studienbücher, 2. Auflage

    Narr, Tübingen 2007

    ISBN 978-3-8233-6355-2





  • Tove Skutnabb-Kangas

    „Bilingualism or Not. The Education of Minorities“

    Multilingual Matters 7

    Robert Hartnoll Ltd., Cornwall 1981

    ISBN 0-905028-18-X