Exkursion: abendliches Feuer-Nō in Ōyama
(Leitung: Alice Gordenker/Maike Roeder)

Datum / Zeit
Donnerstag, 6. Oktober 16 | 12:00 Uhr | ca.28 Std.
Ort
Ōyama / Präfektur Kanagawa
Kosten
s. Text
Sprache
japanisch/deutsch/englisch
Anmeldung
Verbindliche Anmeldung bis zum 15.09. an roeder(at)oag.jp erforderlich

(Stand: 17. Juli 2016)
Der Berg Ōyama oder auch Afuriyama, war schon seit alters her ein Ort für verschiedene shintoistische, buddhistische und andere religiöse Zeremonien und Ziel verschiedener Pilgerwege. Im Mittelalter beteten hier nicht nur Minamoto Yoritomo, sondern auch viele andere Krieger für Erfolg im Kampf.

In der Edo-Zeit, als die Reisebestimmungen in und um Edo etwas gelockert wurden, setzte dann ein regelrechter Pilger-Boom der männlichen Bewohner Edos und des Umlands zum Berg Ōyama ein, da man für diese Reise keine besonderen Genehmigungen oder Passierscheine benötigte. Jeden Sommer pilgerten Nachbarschaftsgruppen oder einzelne Zünfte bepackt mit Naturalien nach Ōyama, wo sie in sog. Pilgerherbergen oder shukubō übernachteten. Rund 200.000 Pilger jährlich sollen innerhalb weniger Wochen diese Reise gemacht haben. Bezahlt wurde in Naturalien, z.B. Soja-Bohnen, aus denen die Herbergsleute dann mit dem köstlichen Ōyama-Wasser schmackhaften Tōfu zubereiteten.
Jede Pildergruppe, oder auch genannt, hatte ihr eigenes Geschirr, das sie das ganze Jahr über in der Herberge ließ. Die Bande zwischen einem kō und einem bestimmten shukubō waren eng und existieren teilweise heute noch. Nach den religiösen Ritualen ließ man es sich dann einige Tage gut gehen und kehrte über Enoshima und die dortigen Freudenviertel nach Hause zurück. Im Winter, meist Januar, besuchte dann der Herbergsvater (sendōshi) seine , überreichte Amulette und erinnerte die Leute daran, im Sommer wieder nach Ōyama zu pilgern.

Wir werden in einem der drei wichtigsten shukubō übernachten und vom Herbergsvater interessante Geschichten über diese Form der Pilgerschaft erfahren.

Die Gründung des Afuri-Schreins soll über 2200 Jahre zurückreichen. Es gibt drei verschiedene Schreine, von denen wir nur die beiden unteren sehen werden, denn der Aufstieg zum Schrein auf der Bergspitze wäre eine richtige Wanderung. In der Genroku-Zeit (1688-1704) war der Aufstieg zur Bergspitze auf wenige Wochen im Sommer beschränkt ‒ ansonsten war der Berg gesperrt. Das Öffnen des Berges (natsuyamabiraki) im Sommer ist auch heute noch eine Zeremonie, die viele Pilger anzieht.

Das Himatsuri Takigi-Nō im Afuri-Schrein in Ōyama blickt auf eine lange Tradition zurück, die nur während des Zweiten Weltkriegs unterbrochen wurde und seit 1981 wieder in vollem Umfang kontinuierlich fortgeführt wird. Da es während der Edo-Zeit immer wieder zu Streitereien zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen vor Ort gab, bestimmte ein Shōgun, dass alle Vertreter gemeinsam jedes Jahr ein Nō-Spiel aufführen sollten. Das Feuer-Nō wird von Vertretern der Kanze-Schule (jetzt von Kanze Kiyokazu, dem 26. Oberhaupt der Kanze-Schule), das Kyōgen von Mitgliedern der Ōkura-Schule aufgeführt. Mitglieder der örtlichen Nō-Vereinigung treten im Vorprogramm auf. Außerdem gibt es noch eine shintoistische Feuer-Zeremonie.

Das Feuer-Nō wird an zwei Tagen gespielt. Wir werden uns das Stück am zweiten Tag ansehen. Wer Interesse an dem ersten Stück hat, möge sich bitte bis zum 15. September mit Frau Roeder (roeder(at)oag.jp) in Verbindung setzen. Karten und Übernachtungsmöglichkeiten können vermittelt werden.

Mittwoch, 5. Oktober 2016
能 「羽衣」 観世清和(家元)
Nō: Hagoromo (eines der bekanntesten Nō-Stücke)
https://en.wikipedia.org/wiki/Hagoromo_(play)
狂言「薗被」 山本東次郎(人間国宝)
Kyōgen: Yamamoto Tōjirō (lebender Nationalschatz)

Donnerstag, 6. Oktober 2016
能 「熊坂」 清水義也
Kumasaka mit Shimizu Yoshinari
http://jti.lib.virginia.edu/japanese/noh/PouKuma.html
狂言「千鳥」
Kyōgen Chidori

Ablauf
Donnerstag, 6. Oktober 2016
12:01 Uhr Abfahrt ab Shinjuku Richtung Isehara mit Odakyū Odawarasen kyūkō
13:05 Ankunft in Isehara
13:20 Fahrt mit dem Bus
13:40 Ankunft in dem Shukubō Kageyu
14:00 Kleiner Vortrag mit Video und historischen Gegenständen über die Geschichte der Shukubō in Ōyama durch Herrn Utsumi. (Das Shukubō Kageyu existiert seit rund 400 Jahren und gehört zu den drei wichtigsten in Ōyama)
          Kurze Pause, Gang zum unteren der drei Afuri-Schreine, der keine 5 Min. zu Fuß von der Unterkunft entfernt liegt.
16:00 Beginn des Vorprogramms (zenza) und der Zeremonien (himatsuri shinji)
17:30 Feuer-Nō
18:45 Ende des Vorführung
19:00 Spezielles Abendessen im Shukubō Kageyu mit vielen Tōfu-Gerichten anlässlich des Feuer-Nō
21:00 selbständige Rückkehr nach Tokyo, für diejenigen, die nicht in Ōyama übernachten, es gibt einen Shuttle-Bus zum Bahnhof Isehara

Freitag, 7. Oktober
Plan A
ca. 7:00 japanisches Frühstück
ca. 9:00 Spaziergang (viele Treppen!) bis zur Seilbahnstation,
Auffahrt zum mittleren Afuri-Schrein
ca. 10:30 Kurzvortrag über die Geschichte der Pilgerreisen nach Ōyama, über die verehrten Gottheiten und über die religiöse Beziehung zum Berg Fuji.
Führung durch den Afuri-Schrein durch Herrn Meguro.
Von dem Schrein hat man bei gutem Wetter einen wunderbaren Blick aufs Meer (2-Sterne im Michelin Guide), die Sagami-Bucht bis nach Enoshima und darüber hinaus auf die Miura-Halbinsel.
ca. 12:00 leichtes Mittagessen (Lunch-Box von dem Shukubō Kageya)
anschließend je nach Wetterlage entweder kleine Wanderung (ca. 3 Std.) oder Rückfahrt nach Tokyo

Plan B
ca. 7:00 japanisches Frühstück
selbständige Rückfahrt nach Tokyo
Leitung: Alice Gordenker und Maike Roeder

Wann? Achtung! Donnerstag, den 6. Oktober 2016, ca. 12 bis ca. 22 Uhr
Die genaue Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.
Wo? Ōyama / Präfektur Kanagawa
Wieviel? Fahrtkosten von Shinjuku mit der Odakyū-Linie bis Isehara, von dort aus ca. 15 Minuten mit dem Bus: 900 Yen einfache Fahrt (590 Yen + 310 Yen)
Ticket für die Nō-Aufführung (reservierte Plätze):
ca. 3.000 Yen plus 1.000 Yen für die Broschüre
Abendessen ab ca. 19.00 Uhr in dem Shukubō Kageyu:
6.480 Yen (inkl. Steuern. Getränke zahlt jeder selbst);
Übernachtungskosten (incl. jap. Abendessen und jap. Frühstück):
12.960 Yen (inkl. Steuern)
Achtung! Bei leichtem Regen findet die Veranstaltung statt, bei starkem Regen wird die Nō-Veranstaltung ersatzlos gestrichen.
Das Geld für die Tickets wird nicht erstattet.

Anmeldung: Verbindliche Anmeldung bis zum 15.09. an roeder(at)oag.jp erforderlich

Hinweise
Im Oktober kann es abends in den Bergen empfindlich kalt werden.
Bitte bringen Sie sich eine warme Jacke, ggf. eine Decke und vor allem ein Regencape mit. Schirme behindern die Sicht der anderen Gäste und können während der Aufführung nicht verwendet werden.
Während der Nō-Veranstaltung werden wir auf Stühlen sitzen.
Das Fotografieren ist während der Nō-Veranstaltung nicht gestattet.
Vor und nach der Vorführung darf aber fotografiert werden.
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Es gilt die Reihenfolge der
Anmeldungen, OAG-Mitglieder werden jedoch bevorzugt.

Bitte denken Sie an geeignete Schuhe, wenn Sie am zweiten Tag an der Wanderung teilnehmen wollen.
In Ōyama müssen Sie mit vielen unebenen Wegen und vor allem vielen und teilweise steilen Treppen rechnen. Die Tour ist für gehbehinderte Menschen
leider nicht geeignet.

Hier finden Sie weitere Informationen zu der Unterkunft:
http://www.kageyu.com/
Hier finden Sie weitere Informationen zu Ōyama und seiner Kultur und Natur:
http://www.odakyu.jp/oyama/concept/



Über Exkursionen