Siebold-Seminar
(Organisator: Mahito Ohgo)

Datum / Zeit
Montag, 12. Juni 17 | 18:30 Uhr | ca.1.5 Std.
Ort
Seminarraum 408, 4.Stock des OAG Hauses
Kosten
Eintritt frei
Sprache
Japanisch
Anmeldung
nicht erforderlich

In diesem Monat wird

Frau Edogatari Suzukata, Darstellerin der Edo-Redekunst,

einen Vortrag halten zum Thema:

„Kumajirō Uehara ‒ Übersetzer der Ainu-Sprache“

Der Übersetzer und Dolmetscher der Ainu-Sprache, Kumajirō Uehara (ca. 1761-1827) machte sich als erster Verfasser eines Ainu-Wörterbuchs in der Edo-Zeit einen Namen. Es ist bekannt, dass durch eine Schenkung des Werks Moshiogusa von dem berühmten Arzt Hoken Katsuragawa und dem Expeditionsteilnehmer im Norden Japans, Tokunai Mogami, an Siebold die europäischen Studien über die Ainu begannen.
In seinem Buch Abenteuerliche Gefangenschaft im Alten Japan 1811-1813 beschreibt der russische Verfasser und Forscher V. M. Golownin, Uehara als Humanist und Freund. Golownin war der Leiter einer Expedition mit dem Schiff „Diana“ in den Norden Japans. Uehara erlernte von ihm die russische Sprache und wurde anschließend Dolmetscher und Herausgeber eines russischen grammatikalischen Lehrbuches. Als „Grenzschutzbeamter“ der Regierung stand er im Norden des Landes in Diensten und lernte hier Rinzō Mamiya, den Kartographen und späteren Bekannten von Siebold, kennen. Ebenfalls bekannt mit Uehara war Sakuzaimon Takahashi, Leiter der Sternwarte in Edo, und sein späterer Vorgesetzter im Institut. Wie bekannt, wurde in der sogenannten „Siebold-Affaire“ Takahashi als Übergeber der Landkarte Japans an Siebold angeklagt. Die Siebold Forschung ist dabei, die Rolle Ueharas in diesem Zusammenhang erneut zu untersuchen.

Die Vortragende ist ein Nachkomme der Familie Uehara.
Von ihr erschien vor kurzem eine Biograhie Ueharas in Japan. Der Vortrag soll einhergehen mit einer Darbietung der Redekunst im Edo-Stil.



Über Siebold-Seminar

Das Siebold-Seminar ist eine Veranstaltung in japanischer Sprache zum Wirken Philipp Franz von Siebolds, die sich sowohl an Forscher als auch an interessierte Laien richtet. Auch in diesem Jahr tragen verschiedene Referenten aus ihren aktuellen Arbeiten vor. Durch den besonderen geschichtlichen und sprachlichen Hintergrund und den Reichtum an Primärquellen bietet sich das Seminar auch als Japanischkurs für Fortgeschrittene an.