Vortrag von Go Theisen: "Wirtschaftliche Neuorientierung in der Präfektur Fukushima – ein Erfahrungsbericht“

Datum / Zeit
Mittwoch, 28. September 16 | 18:29 Uhr | ca.1.5 Std.
Ort
OAG-Bibliothek
Kosten
Eintritt frei
Sprache
deutsch
Anmeldung
nicht erforderlich

Fukushima – dieser Name dürfte spätestens seit dem 11.03.2011 auch außerhalb Japans für die meisten ein Begriff sein. In den häufigsten Fällen werden die Wörter Erdbeben, Tsunami und vor allem Reaktorunglück und Nuklearkatastrophe damit in Verbindung gebracht. In den Medien gingen die Bilder von Tsunamiwellen, die ganze Dörfer unter sich begruben oder die qualmenden Reaktoranlagen Fukushima Daiichis um die Welt. Fünf Jahre nach der Katastrophe sind die Sperrgebiete oder Orte, deren Evakuierungsanweisungen aufgehoben wurden, als Geisterstädte in den Medien.
Doch wie haben sich die nie von Sperrmaßnahmen betroffenen Gebiete, nämlich 95% der Fläche der Präfektur Fukushima entwickelt? Wie werden diese 95% der Fläche genutzt? Was wird die neue strategische Ausrichtung für die Zukunft sein?

Bei der Beantwortung dieser Fragen steht im Vortrag primär die wirtschaftliche Neuausrichtung der Präfektur Fukushima im Fokus. Neben den Produkten aus der Landwirtschaft sind es vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen aus der ehemaligen Halbleiterindustrie und Stahlbearbeitung, die in die Pläne der Präfektur eingebunden sind. Die neuen Märkte für diese Unternehmen lauten: Medizintechnik, Erneuerbare Energien und Robotics.

Schon seit mehreren Jahren ist die Präfektur Fukushima als Lieferant für Teile aus der Medizintechnikproduktion landesweiter Spitzenreiter. Hier geht es darum, den Markt zu erweitern, den Schritt auf die internationale Bühne zu wagen und dort Fuß zu fassen. Das ehrgeizige Ziel, den kompletten Energiebedarf der Präfektur bis 2040 mit Erneuerbarer Energie zu decken, soll ebenfalls mit internationaler Unterstützung gelingen. Für die Ansiedlung und Errichtung der Roboterindustrie stellt die Präfektur einmalige Fördersummen zur Verfügung und steht damit am Beginn des Aufbaus eines neuen Industriezweiges.
Damit diese Neuausrichtungen zeitnah umgesetzt werden können, ist die Präfektur Fukushima unter anderem mit dem Land NRW eine Kooperation eingegangen, woraus schon einige vorzeigbare Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen hervorgegangen sind. Der gesamte Umfang dieses Austausches, von Maßnahmen der Präfektur und speziellen Förderprogrammen soll ebenfalls aufgezeigt werden.

Geboren als Halbjapaner wuchs Go Theisen in Essen/NRW auf. Die Sommerferien und einen Schulaustausch verbrachte er in Fukushima, dem Heimatort der Mutter.  Während des Studiums „Modernes Japan“ an der Heinrich-Heine-Universität sammelte er erste Erfahrungen beim Japan Desk der Wirtschaftsförderung Düsseldorf. Seit 2015 arbeitet er als „Coordinator for International Business“ für die „Business Creation Divison“ der Präfekturverwaltung Fukushima und bildet die Brücke zwischen der Präfektur, dem Land NRW, kooperierenden Unternehmen und weiteren Partnern.



Über Vorträge und Gesprächsabende

Drei- bis viermal monatlich (außer im Juli/August) sind Vorträge vorgesehen, traditionell am Mittwochabend um 18.30 Uhr. Die Vorträge dauern in der Regel eine Stunde, gefolgt von einer halben Stunde Diskussion, die Sie gerne bei Essen und Trinken im OAG Club-Restaurant „Budōya” fortsetzen können. Veranstaltungssprache ist Deutsch.

Gesprächsabende behandeln aktuelle gesellschaftliche Themen, die uns noch nicht den wissenschaftlichen Überblick oder den historischen Rückblick erlauben, der normalerweise in den Vorträgen gepflegt wird.

Oft stecken zwei Sprecher den thematischen Rahmen ab. Die moderierte Diskussion im Anschluss an die relativ kurzen Präsentationen bringt oftmals überraschende Zusammenhänge sonst schwer einzuordnender Einzelerscheinungen. Umso mehr trägt die Vielfalt der Sichtweisen zum Erfolg des Gesprächskreises bei. Veranstaltungssprache ist Deutsch.