Buchpräsentation/Lesung von Judith Brandner:
"Zu Hause in Fukushima – das Leben danach. Porträts"

Datum / Zeit
Mittwoch, 23. April 14 | 18:30 Uhr | ca.1.5 Std.
Ort
OAG-Bibliothek
Kosten
Eintritt frei
Sprache
deutsch
Anmeldung
Nicht erforderlich

Drei Jahre sind seit der dreifachen Katastrophe in Japan vom 11. März 2011 vergangen. Nach wie vor ist das nach Erdbeben und Tsunami havarierte Atomkraftwerk Fukushima nicht unter Kontrolle. Und in Fukushima tritt die menschliche Tragödie immer deutlicher zutage. Die Journalistin Judith Brandner hat die Präfektur Fukushima mehrere Male seit 2011 bereist und für ihr im Frühjahr 2014 bei Kremayr&Scheriau erschienenes Buch Menschen porträtiert, die auf die eine oder andere Weise mit Fukushima verbunden und dort „zu Hause“ sind.

Kei Kondo hat seinen Bio-Bauernhof verloren. In Sadako Monmas Kindergarten kommen nur mehr drei Kinder. Der Arzt und Diplomat Ryohei Suzuki kehrte nach der Katastrophe nach Fukushima zurück, um im dortigen Krankenhaus zu arbeiten. Judith Brandner erzählt in diesem Buch in 13 sensiblen Porträts, wie sich die Katastrophe von Fukushima auf die dort lebenden Menschen auswirkt. Manche haben aus diesem gravierenden Einschnitt neue Energien und Lebenskraft geschöpft, andere sind nahe daran, an der Situation zu zerbrechen. Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land, persönliche und berufliche Einschränkungen gehören heute zu ihrem Alltag. Manche sind KünstlerInnen, die ihre Bekanntheit dafür einsetzen, um den Menschen in der Region zu helfen. Auch Journalisten sind unter den Porträtierten, einer arbeitet heute als Undercover-Journalist, u.a. als Arbeiter im Kraftwerk Fukushima, um über die tatsächliche Situation berichten zu können.

Der japanische Fotograf Katsuhiro Ichikawa hat Judith Brandner bei ihren Recherchen begleitet und die Menschen fotografiert, mit denen sie gesprochen hat. Die Fotos zeigen auf berührende Weise, wie die Menschen heute dort leben und fühlen.

Judith Brandner, geboren 1963 in Salzburg, studierte an der Universität Wien Japanologie sowie Übersetzer für Japanisch/Englisch. Radio- und Printjournalistin (ORF/Ö1, Schweizer Rundfunk SRF/DRS2, SWR2, Deutschlandradio u.a.), Moderatorin und Buchautorin. Kennt Japan seit über 30 Jahren und von dutzenden Japanaufenthalten und Reisen. Derzeit hat sie zum dritten Mal einen Lehrauftrag an der Städtischen Universität Nagoya.
Weitere Bücher: Kratzer im glänzenden Lack, Reportage Japan, Picus 2011;
Außer Kontrolle und in Bewegung, Reportage Japan, Picus 2012.
Mehr auf: www.judithbrandner.at
Die erste Rezension auf japanisch finden Sie hier.



Über Vorträge und Gesprächsabende

Drei- bis viermal monatlich (außer im Juli/August) sind Vorträge vorgesehen, traditionell am Mittwochabend um 18.30 Uhr. Die Vorträge dauern in der Regel eine Stunde, gefolgt von einer halben Stunde Diskussion, die Sie gerne bei Essen und Trinken im OAG Club-Restaurant „Budōya” fortsetzen können. Veranstaltungssprache ist Deutsch.

Gesprächsabende behandeln aktuelle gesellschaftliche Themen, die uns noch nicht den wissenschaftlichen Überblick oder den historischen Rückblick erlauben, der normalerweise in den Vorträgen gepflegt wird.

Oft stecken zwei Sprecher den thematischen Rahmen ab. Die moderierte Diskussion im Anschluss an die relativ kurzen Präsentationen bringt oftmals überraschende Zusammenhänge sonst schwer einzuordnender Einzelerscheinungen. Umso mehr trägt die Vielfalt der Sichtweisen zum Erfolg des Gesprächskreises bei. Veranstaltungssprache ist Deutsch.