Vortrag von Frau Kakuyama: „Felice Ueno-Rix - Eine Vertreterin der Wiener Werkstätten in Japan“
- Datum / Zeit
- Mittwoch, 16. Juni 10 | 18:30Uhr | ca.1.5 Std
- Ort
- Saal des OAG-Hauses
- Kosten
- Eintritt frei
Felice Ueno-Rix
Eine Vertreterin der Wiener Werkstätten in Japan
Felice Ueno-Rix (1893-1967) war eine Österreicherin mit großer Bedeutung für die moderne Designgeschichte Japans. Sie war eine Künstlerin der Wiener Werkstätten, die nach der Heirat mit dem Architekten Isaburo Ueno (1892-1972) 1926 nach Kyoto übersiedelte.
Rix war bis 1930 Mitglied der Wiener Werkstätten und tätig sowohl in Kyoto als auch in Wien. In Japan fertigte Rix verschiedene Textilwaren sowie Wand- und Deckendekorationen als Innenraumgestalterin an, unter anderem die Glasdecke im Warenhaus Sogō in Osaka (1931). Rix war außerdem Mitglied des „Internationalen Architektenbundes“ (1927-1933), der von ihrem Mann Ueno gegründet worden war. Der Internationale Architektenbund war damals die größte Baubewegungsgruppe in Japan, zu der interessanterweise Josef Hoffmann und etliche berühmte europäische Architekten als Auslandmitglieder gehörten. In der Zeitschrift des Bundes wurde über das Kunstgewerbe und die Architektur in Österreich berichtet. Ab 1936 arbeitete Rix am Gewerbeinstitut der Präfektur Gunma mit Bruno Taut zusammen.
Die schönen ornamentalen Entwürfe von Rix, die bereits seit ihrer Wiener Zeit für ihre Werke charakteristisch waren, erfreuten sich trotz der Zeit des funktionalistischen Modernismus in Kyoto und Osaka großer Beliebtheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtete Rix an der Städtischen Kunsthochschule in Kyoto, wo ihre Designlehre heute noch praktiziert wird. Als Künstlerin arbeitete sie beispielweise mit dem berühmten modernen Architekten Tōgo Murano (1891-1984). Felice Ueno-Rix erweiterte die Möglichkeiten des modernen Designs in Japan durch ihre grenzenlose Kreativität.
Tomoko Kakuyama schloss ihr Magisterstudium (Designgeschichte) im März 2010 an der Saitama Universität ab. Für ihre Magisterarbeit über die Beziehung zwischen Wiener Design und Japan forschte sie von 2007 bis 2009 als Stipendiatin des österreichischen Austauschdiensts (OeAD) an der Universität Wien (Japanologie, Kunstgeschichte). Im April 2010 begann sie ihre Promotion über die Aufnahme der japanischen Kunst in Österreich während der 1920er und 1930er Jahre. Neben ihrer Promotion absolviert sie ein Praktikum in der Yokota Shigeru Galerie/ Tokyo Publishing House in Tokyo.
Im Anschluss an den Vortrag findet bei einem kleinen Umtrunk die Vorstellung der neuesten OAG-Publikation statt.
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Gesprächsabende behandeln aktuelle gesellschaftliche Themen, die uns noch nicht den wissenschaftlichen Überblick oder den historischen Rückblick erlauben, der normalerweise in den Vorträgen gepflegt wird.
Oft stecken zwei Sprecher den thematischen Rahmen ab. Die moderierte Diskussion im Anschluss an die relativ kurzen Präsentationen bringt oftmals überraschende Zusammenhänge sonst schwer einzuordnender Einzelerscheinungen. Umso mehr trägt die Vielfalt der Sichtweisen zum Erfolg des Gesprächskreises bei. Veranstaltungssprache ist Deutsch.
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