Architektur in Tokyo
- Datum / Zeit
- Mittwoch, 1. Februar 12 | 18:30Uhr | ca.1.5 Std
- Ort
- OAG-Bibliothek, 4. Stock des OAG-Hauses
- Kosten
- Eintritt frei
- Sprache
- deutsch
- Anmeldung
- nicht erforderlich
Tokyo gilt als „wunderbare Katastrophe“. Zwischen Architektur und Städtebau auf der einen und Architektur und Design auf der anderen Seite gibt es hier keine Grenzen – zwischen der Stadt und der Kantō-Region noch viel weniger. Tokyo ist die erste Stadt der Welt, in der die Zukunft der urbanisierten Menschheit schon einmal geprobt wird: Tokyo ist die totale Stadt. Sie umgibt ihre Bewohner völlig. Ihr ist nicht zu entfliehen. Sie bietet alles. Die ‚Tōkaidō‘-Agglomeration ist die erste moderne „Hyper-Metropole“ der Welt. Alle demographischen Prognosen sind sich darin einig, dass diese „Mega-Cityscapes“ schon bald zur Heimat der Mehrheit der Menschen werden. Bedeutet das für die Architektur eine Entwertung? Tokyo ist die einzige Stadt auf der Welt, in der das Grundstück stets wertvoller ist, als alles, was man darauf errichten könnte. Das erklärt, warum Baukunst in Japan nie von Dauer ist. Die zeitgenössische Architektur, den Metabolismus und die vom Westen beeinflusste klassische Moderne eint das ephemere Bauen in Japan.
Tokyo ist (nur) auf den ersten Blick ein unübersichtlicher Beton-Djungel. Mit geschärftem Blick entpuppt sich die Mega-Stadt als offenes Buch über die Architektur- und Stadtgeschichte. In allen Phasen der jüngeren Architekturgeschichte war Tokyo sehr importfreudig. Selbst deutsche Architekten haben Spuren in der japanische Kapitale hinterlassen.
Die faszinierende Baukunst in der japanischen Hauptstadt beschäftigt Ulf Meyer schon seit vielen Jahren. Im Verlag DOM Publishers Berlin erschien im Juni 2010 das reich bebilderte Buch Architekturführer Tokyo, in dem Meyer – erstmals in deutscher Sprache – einen Überblick über die Architektur in Tokyo seit 1945 leistet. Im Vortrag stellt Meyer den Facettenreichtum der jüngeren Baukunst Tokyos vor.
Ulf Meyer, Jg. 1970, Architekturstudium an der TU Berlin und am Illinois Institute of Technology in Chicago. Freier Autor und Journalist für Architektur und Städtebau. Seit 2008 Professor für Architektur und umweltfreundlichen Städtebau an der Kansas State University/USA.
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Über Vorträge und Gesprächsabende
Gesprächsabende behandeln aktuelle gesellschaftliche Themen, die uns noch nicht den wissenschaftlichen Überblick oder den historischen Rückblick erlauben, der normalerweise in den Vorträgen gepflegt wird.
Oft stecken zwei Sprecher den thematischen Rahmen ab. Die moderierte Diskussion im Anschluss an die relativ kurzen Präsentationen bringt oftmals überraschende Zusammenhänge sonst schwer einzuordnender Einzelerscheinungen. Umso mehr trägt die Vielfalt der Sichtweisen zum Erfolg des Gesprächskreises bei. Veranstaltungssprache ist Deutsch.
